Jetzt erst recht!

Im ersten Jahr nach der Diagnose habe ich viel Zeit darin verwendet mich mit Betroffenen zu vernetzen. Ich habe regelmäßig am Blog geschrieben und immer wieder versucht, ihn unter die Leute zu bringen. Ich habe dadurch eine Handvoll wirklich spannender Leute kennen gelernt. Leider sind viele davon wieder in der Versenkung verschwunden – letzte Nachricht oft: „Es geht mir grad nicht so gut, ich melde mich wieder…“

Im zweiten Jahr habe ich die Fotografie entdeckt, ein fotografisches Rätselbuch im Eigenverlag herausgegeben und habe derzeit weitere drei Buchprojekte in Arbeit.

Am Blog habe ich kaum gearbeitet, weil es wenig Resonanz gab. Und weil mir die Zeitresourcen gefehlt haben.

Dazwischen immer wieder Veränderungen meiner Erkrankung und die Suche nach einem Umgang mit der Nebenwirkung der Medikamente. Starke Gewichtsabnahme, dann Zunahme. Getriebenheit und Ruhelosigkeit. Nächtliche Essattacken und unregelmäßiges Essen untertags.

Die Zeit von Corona brachte ein Bewegungsdefizit mit auch. Eine Weile bin ich noch selbst dran geblieben, aber dann wurde es immer schwieriger mich selbst zu motivieren. Das regelmäßige Klettern und QiGong gehen mir wirklich ab.

Vor kurzem bin ich in der Aussendung der Parkinsonselbsthilfe auf Martha Strubinger gestoßen. Eine sehr engagierte Angehörige eines jungen Betroffenen. Ihr letztes Buch habe ich mir gleich bestellt und bin schon gespannt auf die Lektüre. Und was mein Mann dazu sagt.

https://marthastrubinger.at/

In einem Telefonat hat sie mir die Website Jetzt erst recht – Positiv leben mit Parkinson empfohlen. Podcasts von Gesprächen mit Betroffenen und Angehörigen. Was ich dort gefunden habe: Sehr spannende Gespräche mit einer Vielzahl von Anregungen – und Kontaktmöglichkeiten.

Ich habe erfahren, dass eine Betroffenen sechs Tage in der der Woche gemeinsames morgendliches Tanzen über Zoom anbietet – das werde ich sobald als möglich ausprobieren. Ich habe endlich von anderen Betroffenen mit kleinen Kindern gehört und mit diesen Kontakt aufgenommen. Ich habe viele verschiedene Zugänge zum Leben mit Parkinson gehört.

Dies ist nun der Beginn, mich wieder mehr mit der Erkrankung zu beschäftigen. Und ein neuer Anstoß, dem Raum zu geben, was vorbeugend extrem wichtig ist: In Bewegung bleiben.

Und ich werde mich wieder mehr um Vernetzung bemühen. Es kostet Zeit. Es ist manchmal anstrengend und enttäuschend. Und immer fruchtbringend.

Danke Kathrin für diese vielen wunderschönen Geschichten!

Hört rein, es zahlt sich aus!

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