Zeit haben bzw. Zeit nehmen für Bewegung und Entspannung

Bewegung ist wichtig. Das ist uns bewusst. Generell wichtig. Für Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, besonders wichtig. Um die Beweglichkeit zu erhalten. Bewegung hebt auch die Stimmung.

Und Entspannung ist wichtig. Generell. Und für Menschen mit Parkinson ganz besonders.

Beides können wir immer und überall lesen, wenn es um Parkinson geht.

Die Frage ist: Wann bleibt dir Zeit für Bewegung? Und für Entspannung? Im hektischen Alltag, von dem alle betroffen sind. Und dazu die Erkrankung. Sie läßt uns schneller erschöpft sein als gesunde Menschen. Woher nach einem anstrengenden Arbeitsalltag also die Kraft für Bewegung nehmen? Erschöpft und mit Schmerzen lege ich mich auch lieber ins Bett als zu meditieren oder andere Entspannungsmethoden anzuwenden – die alle auch irgendwie Überwindung kosten.

Ich habe den Erfahrungsbericht von Holger gelesen. Zum Thema Arbeit schreibt er unter anderem: „(….) Ich bin dann nach meiner Krankschreibungsphase langsam zunächst bis zu vier Stunden täglich wieder in den Beruf eingestiegen und habe dann weiter Teilzeit gearbeitet. (…) Die Arbeit ist für mich sehr wichtig. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie wegen der Erkrankung aufzugeben. Im Gegenteil, ich bin viel engagierter als früher. Und die Arbeit macht mir viel Spaß. Am Schreibtisch sind wir alle gleich. Wir machen alle den gleichen Job und das genieße ich. Auch dass ich nur einen halben Tag arbeite, ist mittlerweile wie eine Befreiung für mich, weil es meinem Leistungsvermögen entspricht und mich vor Erschöpfungszuständen bewahrt.“ (https://www.gesundheitsinformation.de/parkinson-krankheit-erfahrungsbericht-holger.2861.de.html)

Ja, Holger hatte Glück. Er hat einen Arbeitgeber, der Verständnis für seine Situation hatte und mit ihm überlegt hat, wie er seinen Arbetsplatz behalten kann. Und er lebt in Deutschland – wo es mehr Möglichkeiten für Teilzeitarbeit chronisch erkrankter Menschen gibt.

Aber Holger hat auch selbst gesehen, dass er was verändern muss. Dass er nicht einfach weitermachen kann wie bisher.

Ich habe viel nachgelesen über das Thema Parkinson und Persönlichkeit. Was immer wieder zu lesen ist, sind die Themen Stress, innere Unruhe und sich unersetzlich fühlen. Gerade letzteres hindert mich vielleicht auch immer wieder daran im Alltag zu reduzieren – der gesundheit Willen. Natürlich gibt es auch Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen arbeiten müssen (!), die kein Netz haben, das sie auffängt, die es sich einfach nicht leisten können, weniger zu arbeiten. Dann gibt es aber auch die Grenzfälle, wo sich die Frage stellt: Wie viel muss ich eigentlich wirklich verdienen für ein gutes Leben?

Oft ginge es auch nur darum, die passende Form der Bewegung und Entspannung zu finden. Bewegung und Entspannung, die dir persönlich Spaß macht. Die du in deinen Alltag integrieren kannst.

Ich hatte ein solches AHA-Erlebnis mit dem Thema Yoga, Meditation, Qigong. Schon lange, lange vor der Diagnose, strebte ich danach, konsequent auch zuhause Yoga zu üben und nicht nur im Kurs, und zuhause zu meditieren. Doch ich finde zuhause dafür nicht die innere Ruhe. Auch die Räumlichkeiten, Kinderspielzeug hier und dort, sind nicht dazu angetan, mir diesen Schritt zu erleichtern. Ich überlegte die letzten Monate hin und her, wo und wie ich mir einen Raum schaffen könnte, der es mir erleichtern würde, Ruhe zu finden, Yoga zu üben, zu meditieren.

Und dann habe ich Guolin Qigong kennen gelernt. Es ist einfach so in mein Leben geschneit. Eine Gehmeditation im Freien. Für mich war gleich klar: Das ist mein Weg. Guolin Qigong ist für mich die Möglichkeit, regelmäßig selbst was für meinen Körper und meinen Geist zu tun. Ich bin gerne im Freien. Ich brauche mir keinen Platz schaffen. Im Gehen kann ich besser abschalten. Und das Beste – ich kann es überall üben. Zwischen zwei Terminen eine Stunde Wartezeit. Goulin QiGong. In der verlängerten Mittagspause. Guolin Qigong. Statt einem Abendspaziergang. Guolin QiGong. Es gibt viele Möglichkeiten, bei denen ich mir einfach einmal eine halbe Stunde dafür Zeit nehmen kann.

Es gibt drei wesentliche Faktoren, die es uns leichter machen, uns Zeit für Bewegung und Entspannung zu nehmen: Die Sportart und Entspannungsmethode muss zu uns persönlich passen und uns Spaß machen. Sie muss sich gut in den Alltag integrieren lassen. Und wir müssen diesen beiden Dingen eine Wichtigkeit zuschreiben.

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